Das Plusenergie-Haus

© DOC RABE Media - Fotolia.com

Aktueller Trend im Häuserbau ist der Klimaschutz. Immer neue Konzepte für „grünes“, also energie-effizientes Wohnen werden entwickelt. Noch immer fällt knapp die Hälfte des Energie-Verbrauchs auf Bauen und Wohnen. Das muss sich schnell ändern, denn fossile Brennstoffe wie Gas, Öl oder Kohle belasten nicht nur die Umwelt und führen durch den Treibhaus-Effekt zu einer Beschleunigung der Erderwärmung, sondern gehen ohnehin langsam zur Neige und werden dadurch auch immer teurer.

Schon seit vierzig Jahren setzt der Architekt Rolf Ditsch auf Sonnenenergie. Vor fünfzehn Jahren entwickelte er sein erstes „Plusenergiehaus“: Ein Haus mit Solarzellen auf dem Dach, dass das Vier- bis Fünffache seines eigenen Energieverbrauchs produziert. Nach diesem Modell versuchte sich Ditsch an immer effizienteren und auch preiswerteren Entwürfen. Er gewann zahlreiche Wettbewerbe und Preise, etwa 2009 den „Utopia Award“ und 2008 den „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis“. Zu seinen größten Erfolgen dürfte auch die Solarsiedlung in Freiburg gehören, die Teil der Weltausstellung in Shanghai im Jahr 2000 wurde. Die Solarsiedlung setzt sich aus fröhlich gestalteten Reihenhäusern und einem langen Gewerbebau zusammen. Mehr als 7.850 Quadratmeter Wohnfläche gibt es insgesamt. Durch eine eigene Photovoltaik-Anlage produziert die Siedlung mehr Energie als sie verbraucht: Umgerechnet werden hier jährlich 200.000 Liter Öl und 500 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

 

Die Technik hinter dem „Plusenergiehaus“, die Kombination von energetisch-hochwertigen Baumaterialien, intelligenten Systemen und einer Solaranlage, eignet sich für alle Bauprojekte, vom Reihenhaus zum Fabrikkomplex. Die hohen Investitionen, die für die Anlage zunächst zu zahlen sind, relativieren sich auf längere Sicht. Denn durch den Überschuss an selbst produzierter Energie, der ins örtliche Netz eingespeist wird, gibt es jedes Jahr erhebliche Nebeneinnahmen.

 

Ein weiterer Vorteil neben den ökonomischen und ökologischen Verbesserungen ist die Energie-Unabhängigkeit. Wer nicht mehr von großen Betreibern abhängig ist, braucht sich keine Sorgen um ein Ende der fossilen Brennstoffe und den damit einhergehenden Preisanstieg zu machen. Selbst wenn es keine Kohle mehr gibt, läuft im „Plusenergiehaus“ noch immer jedes technische Gerät.

1 Kommentar zu „Das Plusenergie-Haus“

Kommentieren