Neuheit Phasenwechselmaterialien
Der Klimawandel ist ein wichtiges und vieldiskutiertes Thema der heutigen Zeit. Man versteht darunter unter anderem die globale Erwärmung durch menschliches Einwirken. Weniger Wärme kann von der Erdoberfläche ins Weltall abgestrahlt werden kann, weil die vom Menschen produzierten Treibhausgase, etwa beim Verbrennen fossiler Brennstoffe, in der Atmosphäre haften bleiben. Das nennt man „Treibhauseffekt“ und führt unter anderem zum Schmelzen der Gletscher und Ansteigen der Meeresspiegels.
Forscher des Fraunhofer-Instituts in Freiburg haben nun die Bedeutung der sogenannten „Phasenwechselmaterialien“ beim grünen Häuserbau beleuchtet. Das sind Stoffe wie Paraffine oder Salzhydrate, die in warmer Umgebung Wärme aufnehmen, flüssig werden und die Wärme speichern. In kalter Umgebung geben sie die Wärme wieder ab und werden fest. In Englisch bezeichnet man diese Stoffe als „Phase Change Material“, daher auch ihre Abkürzung „PCM“.
Diese Eigenschaft der Phasenwechselmaterialien war schon lange bekannt, allerdings war es bislang nicht möglich, die Stoffe in Baumaterialien unterzubringen. Die Forscher haben sie nun in winzige Kügelchen verpackt, die bei Raumtemperatur schmelzen. Tagsüber speichern sie also Wärme und geben sie Nachts wieder ab.
Erste Baustoffe mit Phasenwechselmaterialien finden sich bei Innenputzen, Leichtbauplatten mit Gips oder Lehmbauplatten. Entweder sind diese Baustoffe mit den erwähnten Kugeln vermischt oder das PCM wird davon umhüllt. Natürlich sind diese Baustoffe teuer als herkömmliche, bieten aber auch viele Vorteile. Sie sind nicht nur energiesparend, sondern wirken im Sommer wie eine Art ökologische Klimaanlage. Außerdem besitzt eine nur 1,5 Zentimeter dicke Putzschicht mit PCM die gleiche Wärmekapazität wie eine dicke Betonwand. Also ein optimaler Baustoff für Leichtbauten oder Sanierungen.
Wichtig ist, sich beim Fachmann beraten zu lassen, denn Phasenwechselmaterialien haben Auswirkungen auf das gesamte Energiemanagement des Objekts und müssen selbst ausreichend belüftet werden, um ihren Effekt beizubehalten. Angst davor, dass die Kügelchen bei Montagearbeiten aus der Wand fallen könnten, ist unangebracht. Sprich, an einer Wand mit PCM kann gehämmert und gebohrt werden wie an einer herkömmlichen Wand.
